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Sonntag, 4. November 2012

WHO: Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülern und Schülerinnen

Die Health-Behaviour in School-aged Children (HBSC) Studie, die unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO – Regionalbüro für Europa) in Österreich vom Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research durchgeführt wird, zählt zu den wichtigsten Informationsquellen, was die subjektive Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von 11-, 13-, 15- und erstmalig auch von 17-jährigen Kindern und Jugendlichen anbelangt.

  • 37,2% der Schülerinnen und Schüler geben an über eine ausgezeichnete, 48,5% über eine gute Gesundheit zu verfügen.
  • Die durchschnittliche Lebenszufriedenheit liegt bei 7,53 auf einer Skala von 0 (sehr niedrig) bis 10 (sehr hoch).
  • Die durchschnittliche Beschwerdelast  liegt bei 34,25 auf einer Skala von 0 (sehr niedrig) bis 100 (sehr hoch).
  • Die häufigsten Beschwerden, unter denen die österreichischen Schülerinnen und Schüler mehrmals pro Woche leiden, sind: Einschlafstörungen (17,2%), Kopfschmerzen (14,4%) und Gereiztheit bzw. schlechte Laune (14,2%).
  • Mädchen  schätzen ihren Gesundheitszustand, ihre Lebenszufriedenheit und ihre Beschwerdelast prinzipiell schlechter ein als Burschen.
  • Ältere  Schülerinnen und Schüler geben ebenfalls einen schlechteren Gesundheitszustand,  eine niedrigere Lebenszufriedenheit und eine höhere Beschwerdelast an als jüngere Mädchen und Burschen.
  • Bei 16,8% der Befragten war von einer Ärztin oder einem Arzt eine lang andauernde Erkrankung oder Behinderung diagnostiziert worden.
  • Nur 48,6% der Kinder und Jugendlichen geben an über „ungefähr das richtige Gewicht“ zu verfügen; rund 37% fühlen sich zu dick. Den selbstberichteten Angaben zu  Körpergröße und -gewicht zufolge sind jedoch nur 12,3% als übergewichtig und 2,8% als adipös einzustufen.
  • 75,6% der Schülerinnen und Schüler putzen sich mehrmals täglich die Zähne. Das Zahnputzverhalten ist über alle Altersstufen hinweg relativ konstant.
  • Nur ein Fünftel (20,4%) hält sich an die Bewegungsempfehlungen von täglicher körperlicher Aktivität im Ausmaß von mindestens 60 Minuten.
  • Umgekehrt  werden durchschnittlich 5 Stunden an Schultagen und  7 Stunden an schulfreien Tagen mit sitzendem Freizeitverhalten, also z.B. mit Fernsehen oder am Computer verbracht.
  • 57,6% der Schülerinnen und Schüler essen weder Obst noch Gemüse täglich.
  • Umgekehrt konsumieren 39% der Mädchen und Burschen täglich entweder Süßigkeiten oder süße Limonaden oder beides.
  • 25,4% der Befragten, bezogen auf alle untersuchten Altersstufen, geben an zu rauchen. Ein Drittel (32,6%) der 17-Jährigen rauchen täglich.
  • 25,1% der Schülerinnen und Schüler, bezogen auf alle untersuchten Altersstufen, trinken mindestens einmal in der Woche Alkohol, bei den 17-Jährigen sind es 60,4%.
  • Ein Fünftel (19,6%) der 15- und 17-Jährigen hat bereits zumindest einmal Cannabis konsumiert.
  • 34,9% der Kinder und Jugendlichen waren in den letzten 12 Monaten vor der Befragung zumindest einmal an einer Rauferei beteiligt.
  • 42,3% beteiligten sich in den letzten paar Monaten am Schikanieren bzw. Bullying von Mitschülerinnen und Mitschülern. 38,3% berichten, Opfer von Bullying-Attacken gewesen zu sein.
  • Über die Hälfte (52,7%) der Mädchen und Burschen hatten im letzten Monat vor der Befragung Medikamente zu sich genommen. Am häufigsten werden Medikamente gegen Kopfschmerzen verwendet.
  • 95,4% der 15- und 17-Jährigen haben beim letzten Geschlechtsverkehr verhütet, 49,5% verwendeten dafür die Antibabypille und 72,8% (auch) Kondome.
  • Insgesamt  zeigen Mädchen ein leicht  gesundheitsförderlicheres Verhalten als Burschen (mit Ausnahme des Bewegungsverhaltens und des Medikamentenkonsums).
  • Das gesundheitsförderliche Verhalten nimmt mit dem Alter ab, das gesundheitsgefährdende zu.
  • Die psychosoziale Familiensituation zeigt einen starken Zusammenhang mit der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Eine positive Familiensituation (hohe Zuwendung von und offenes Gesprächsklima mit den Eltern)  ist assoziiert mit einer besseren Bewertung des Gesundheitszustands,  einer geringeren Beschwerdelast und einer höheren Lebenszufriedenheit. Ähnliche Auswirkungen zeigen sich in Bezug auf gesunde Ernährung und Suchtmittelabstinenz.
  • Die Gesundheit, die Lebenszufriedenheit und die Beschwerden der Mädchen und Burschen werden ebenfalls stark von schulischen Faktoren (Schulzufriedenheit, Beziehung zwischen den Schülerinnen und Schülern, Schulbelastung, Schulleistung) beeinflusst.  Kinder und Jugendliche, die die schulischen Determinanten positiv einstufen, ernähren sich auch mit höherer Wahrscheinlichkeit  gesund und sind  eher suchtmittelabstinent. Besonders stark ist hier der Einfluss der Schulzufriedenheit.
  • Der sozioökonomische Status weist von den untersuchten Determinanten den schwächsten, wenngleich immer noch relevanten Effekt auf die Gesundheit der  Schülerinnen und Schüler auf. Das Gesundheits und Risikoverhalten (Süßigkeiten-, Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsverhalten) wird nur teilweise und geringfügig  vom sozioökonomischen Status beeinflusst.
  • Die Lebenszufriedenheit ist seit 2002 unabhängig von Alter und Geschlecht leicht gesunken.
  • Die Beschwerdelast ist  seit  1994 kontinuierlich gesunken,  zwischen den beiden letzten Erhebungen 2006 und 2010 allerdings wieder leicht gestiegen. Diese Entwicklung ist unabhängig von Alter und Geschlecht.
  • Seit 2002 nimmt der Anteil an Übergewichtigen und Adipösen bei den Burschen laut Selbstbericht kontinuierlich leicht zu. Bei Mädchen zeigt sich zwischen den Erhebungen 2006 und 2010 erstmals ein Anstieg.
  • Während sich das Bewegungsverhalten der Mädchen seit 2002 kaum verändert hat, zeigt sich bei den Burschen eine  leichte  Zunahme an körperlicher Aktivität zwischen 2006 und 2010.
  • Der Konsum von Süßigkeiten und süßen Limonaden ist seit 2002 kontinuierlich gestiegen. Dieser Anstieg zeigt sich vor allem bei Mädchen, die 2010 erstmals knapp häufiger als Burschen angeben, täglich Süßigkeiten und Limonaden zu konsumieren.
  • Der Anteil der männlichen Raucher nimmt seit 1994 kontinuierlich ab. 
  • Bei den Mädchen ist dieser Anteil zwischen 1994 und 1998 stark gestiegen. Seither sinkt er auch bei Mädchen kontinuierlich ab.
  • Eine Abnahme des Anteils jener Schülerinnen und Schüler, die wöchentlich Alkohol konsumieren,  konnte bei den Burschen mehr oder weniger kontinuierlich seit 1994 festgestellt werden. Bei Mädchen nahm dieser Anteil bis 2002 zu und sinkt seither kontinuierlich ab.

 [SCHULtopia] LINK ➨ 
WHO-Studie "Health Behaviour in School-Aged Children" (HBSC) 2010 - Bericht Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülern und Schülerinnen - Ergebnisse des WHO-HBSC-Survey 2012 (PDF)

Lohnt sich ein Download? Ein Blick auf den Inhalt:
Zusammenfassung. 7
1 Das Konzept „Gesundheit“  11
2 Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern  13
3 Die HBSC-Studie 15
4 Der Gesundheitszustand der österreichischen Schülerinnen und Schüler  19
4.1 Subjektiver Gesundheitszustand 19
4.2 Lebenszufriedenheit 22
4.3 Beschwerdelast 23
4.4 Chronische Erkrankungen 26
4.5 Verletzungen  27
4.6 Übergewicht und Körperwahrnehmung  29
4.7 Zahngesundheit 33
5 Gesundheits- und Risikoverhalten 35
5.1 Bewegung und sitzendes Freizeitverhalten 36
5.2 Ernährung  39
5.3 Suchtmittelkonsum  42
5.4 Gewalt 46
5.5 Medikamentengebrauch  51
5.6 Sexualität und Verhütung 54
6 Soziale Determinanten der Gesundheit  57
6.1 Soziale Beziehungen in der Familie als Determinanten der Gesundheit  57
6.2 Die Rolle der Schule für die Gesundheit 66
6.3 Sozioökonomische Ungleichheit und Gesundheit 74
7 Trends in der Gesundheit und dem Gesundheitsverhalten seit 1994  81
7.1 Hintergrund  81
7.2 Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler im Trend  81
7.3 Das Gesundheits- und Risikoverhalten der Schülerinnen und Schüler im Trend 85
8 Zusammenfassung und Diskussion 89
Literatur 95
Anhang A: Effektstärken der Gesundheitsdeterminanten auf die Gesundheit und das Gesundheits- und
Risikoverhalten der Schülerinnen und Schüler (Cohen’s d) 109
Anhang B: Linearauswertungen des WHO-HBSC-Survey nach Alter und Geschlecht111
Anhang C: WHO-HBSC-Survey: Trends von 1994-2010 137

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